Tag 2

Gestern habe ich nach einer kleinen Münchner Demo gegen die neuen US Macht-Verhältnisse viele Stunden im Internet verbracht, um der Liveübertragung des Women’s March in Washington zu folgen. Und ich war so voller Bewunderung ob der großen Damen Gloria Steinem und Angela Davis und vieler anderer, die es geschafft hatten, sicher mindestens 500.000 Frauen zu mobilisieren und zu zeigen: This is what democracy looks like! So ist dies hoffentlich der Beginn einer neuen Politbewegung, die im Laufe der kommenden vier Jahre diesen neuen Mann an der Spitze loswerden will. „Make America Think Again“, Make America Kind Again“, ja, das wünschen sich so viele Menschen – Anlass zu Hoffnungen in dieser Richtung gibt es nicht wirklich. Bereits am ersten Tag sind auf der offiziellen Website des Weißen Hauses die Seiten zu LGBTQ-Themen verschwunden, ebenso zum Klimawandel – das lässt Schlimmstes befürchten.
Und hierzulande? In der SZ vom Wochenende gab es im ersten Teil einen Artikel nach dem anderen über Sachverhalte, die mich schaudern ließen. Redeauszüge von oben erwähntem Nationalisten, das Zusammenkommen rechtspopulistischer Europa-Polit-Ekelpakete in Koblenz, die Entehrung eines Holocaust-Denkmals durch einen -AfDPolitiker, die neue Rechte schreckt wirklich vor nichts zurück. Wir brauchen auch eine neue Politisierung – sie hat schon begonnen, zum Glück. Wir müssen wachsam sein. Und mit denen ins Gespräch kommen, die nicht immer unserer Meinung sind, die schwanken, die empfänglich sind für die einfachen Antworten. Uns ihre Ängste anhören, aber mit unserer Meinung nicht hinterm Berg halten. Uns einmischen – überall – und offen bleiben, den Kontakt auch mit denen vorsichtig aufnehmen, die ganz anderer Meinung sind. Keine einfach Aufgabe. Aber notwendig.

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