USA: Historische Entscheidung zur Ehe!

Gestern, am 26. Juni 2013, hat sich in den USA Ähnliches abgespielt, wie wir es vor Kurzem erlebt haben. Die LGBTQ-Community hat auf dem Weg zur kompletten Gleichstellung über Verfassungsklagen einen weiteren Etappensieg erreicht:

1. Der US-Supreme Court hat entschieden, dass bereits geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen auf Bundesebene anerkannt werden müssen und alle Rechte, die heterosexuelle Ehepaare genießen, auch für lesbische und schwule Ehepaare gelten müssen. Eine mittlerweile 84-jährige Witwe, die geklagt hatte, wird nun nach jahrelangem Kampf endlich ihre 400.000 Euro Erbschaftssteuer vom Staat zurückerstattet bekommen, die sie als Erbin nach dem Tod ihrer Lebenspartnerin bezahlen musste – schließlich galt sie nach geltendem Steuerrecht als „Fremde“!

Was die ganze Sache kompliziert macht: Unter den 50 US Staaten gibt es bisher nur 12 Staaten (plus Hauptstadt Washington D.C), in denen die gleichgeschlechtliche Ehe möglich ist. Die verbleibenden Staaten können selbständig entscheiden, ob sie die Ehe in Zukunft öffnen oder nicht. Auch rechtlich gibt es Dinge, die die einzelnen Bundesstaaten weiter selbständig regeln können – die Kuh ist also noch nicht komplett vom Eis.

2. In Kalifornien, wo die Homo-Ehe gleich zwei Mal erlaubt war, wurde sie 2008 per Volksentscheid (Proposition 8) abgeschafft . Dieser Volksentscheid wurde nun als unzulässig zurückgewiesen. Damit kann in Kalifornien ab jetzt wieder fröhlich geheiratet werden – und zwar wer wen will.

Bahnbrechend sind auch die Worte des Richters Kennedy, der die Entscheidung, die mit 5 zu 4 denkbar knapp ausfiel, kommentierte. Er sprach dezidiert darüber, wie sehr die Kinder aus Regenbogenfamilien von dieser Entscheidung profitieren. Denn dass sie all die Jahre schlechter gestellt waren als andere Kinder, die zufällig in einer Heterofamilie aufwachsen, sei mit dem verbürgten Recht auf Gleichbehandlung nicht vereinbar. Schließlich stünden auch gleichgeschlechtlichen Familien nicht nur die gleichen Absicherungsmöglichkeiten, sondern auch die gleichen finanziellen Vergünstigungen wie allen anderen Familien zu.

Zum Schluss noch die Worte Obamas, mit der er die Entscheidung kommentierte. Vielleicht erinnert ihr euch: Vor einiger Zeit erklärte Obama, dass er seine Haltung zur Öffnung der Ehe nicht zuletzt deshalb geändert hat, weil ihn seine Töchter etwas gelehrt haben: Ihre Freund_innen aus Regenbogenfamilien kommen aus Familien, die genauso viel wert sind, wie alle anderen Familien:

„I applaud the Supreme Court’s decision to strike down the Defense of Marriage Act. This was discrimination enshrined in law. It treated loving, committed gay and lesbian couples as a separate and lesser class of people. The Supreme Court has righted that wrong, and our country is better off for it. We are a people who declared that we are all created equal – and the love we commit to one another must be equal as well.

This ruling is a victory for couples who have long fought for equal treatment under the law; for children whose parents‘ marriages will now be recognized, rightly, as legitimate; for families that, at long last, will get the respect and protection they deserve; and for friends and supporters who have wanted nothing more than to see their loved ones treated fairly and have worked hard to persuade their nation to change for the better.

So we welcome today’s decision, and I’ve directed the Attorney General to work with other members of my Cabinet to review all relevant federal statutes to ensure this decision, including its implications for Federal benefits and obligations, is implemented swiftly and smoothly.

On an issue as sensitive as this, knowing that Americans hold a wide range of views based on deeply held beliefs, maintaining our nation’s commitment to religious freedom is also vital. How religious institutions define and consecrate marriage has always been up to those institutions. Nothing about this decision, which applies only to civil marriages, changes that.

The laws of our land are catching up to the fundamental truth that millions of Americans hold in our hearts: when all Americans are treated as equal, no matter who they are or whom they love, we are all more free.“

Liebe Frau Merkel, ich würde mir ähnliche Worte von Ihnen wünschen.

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