Moderne Zeiten

Sonntagmorgen. Gemütlichkeit. Zeit zum Frühstücken für Mama, Mami und T.  Beim Tischdecken entdecke ich auf der Fensterbank einen kleinen Zettel, auf dem die Worte „Kinderwunschzentrum Müller?“ stehen. Ich nehme mir vor, unsere Tochter T. danach zu fragen. Aber das muss ich gar nicht.

Denn während wir alle unsere Marmeladebrötchen kauen, fragt uns T., ob wir das Kinderwunschzentrum Müller kennen. Wir Eltern verneinen beide, sind jedoch erstaunt, woher unsere 11-Jährige ein Kinderwunschzentrum kennt. Es stellt sich heraus, dass T. eine Radiowerbung auf ihrem Lieblingssender gehört hatte und dachte, dass uns diese Information doch vielleicht interessieren könnte.
Ich muss innerlich über die modernen Zeiten lächeln – unser Kind, das die Hoffnung auf ein Geschwister noch nicht ganz aufgegeben hat und gleichzeitig einen wichtigen Tipp für potenzielle andere Eltern geben will.

Wir erklären ihr schließlich, dass Samira und Wilma, zwei kleine Mädchen, die sie auch kennt, dort entstanden sind, und dann futtern wir drei ganz entspannt unseren Obstsalat.

Zwei Tage später ruft mich T. in ihr Zimmer: „Hör mal, da kommt die Werbung!“ Eine Kinderstimme hebt an: „Danke, dass ich auf der Welt bin. Danke, dass es euch gibt“, oder so ähnlich, mit zarter Musik unterlegt. Es sind eben moderne Zeiten.

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