Elternschaft dient dem spirituellen Wachstum II

Komisch, immer dann, wenn man glaubt, dass jetzt eine Grenze erreicht ist, ändert sich der Wind. Okay, fast immer. So ist es manchmal auch mit Kindern. Regelmäßig sind die Machtkämpfe mit der 10jährigen T. derartig heftig, dass ich mich frage, ob das mit dem spirituellen Wachstum wirklich stimmt. Brauche ich spirituelles Wachstum in Form von Nervenzusammenbrüchen? Oder ist das  Wachstum dann erfolgt, wenn ich mich nicht mehr aufrege, sondern stoisch 173 Auseinandersetzungen pro Tag ertrage, anstatt wie ein Dampfkochtopf hochzugehen? Wahrscheinlich liegt die Antwort mal wieder in der Mitte – die lieben Kleinen brauchen ganz dringend eine Projektionsfläche für ihren Frust und ihre Wut und natürlich müsssen sie immer wieder testen, wie weit sie gehen können, und die Eltern müssen sich in Gelassenheit üben – besonders schwere Lektion.
Wenn es ganz schlimm wird, dann hilft die Erkenntnis: Wer zuhause die Sau rauslässt, hat in jedem Fall eine gute Bindung zu den Eltern ….
Und wenn der Kampf durchgestanden ist, dann fragt plötzlich eine Engelsstimme: Soll ich das Abendessen machen? Und ein laues Lüftchen zieht durchs Wohnzimmer.

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