Russland: Regenbogenfamilien ernsthaft bedroht

Regenbogenfamilien in Russland befürchten, nach Inkrafttreten des homophoben „Propagandagesetzes“ womöglich auswandern zu müssen. Schließlich machen sie sich der „Propaganda“ strafbar, wenn sie ihren Kindern erzählen, dass ihre Familie ganz normal sei. Nach einem Artikel der WELT äußerte sich eine Regierungsvertreterin, dass man prüfen werde, ob die Kinder aus den gleichgeschlechtlichen Familien herausgenommen werden könnten.

Es ist ja schon schlimm genug, wenn man als Paar nicht offen sein kann. Aber wenn man seinen Kindern erzählen muss, dass sie in einer „nicht-normalen“ Familie groß werden, dann wird hier die Menschenwürde mit Füßen getreten.

Es ist zum Verrücktwerden – Putin und sein Gefolge steigern sich immer weiter in ihren Hass gegen Lesben, Schwule und alle, die „irgendwie anders“ sind, hinein, während die wirklich wichtigen Probleme ungelöst bleiben und die Macht der Regierung nicht in Frage gestellt wird.
Und was passiert, wenn all diejenigen, die anders leben und anders denken als vorgeschrieben, das Land verlassen? Das kann doch nicht die Lösung sein – die Zustände im Land müssen sich ändern. Aber dazu muss das Ausland Druck machen.

Ein erster Schritt liegt darin, die Öffentlichkeit im Ausland zu informieren. Zunächst hört sich ein Gesetz gegen Homo-Propaganda harmloser an, als es ist. Denn wie perfide ein solches Gesetz in den Alltag von Menschen eingreift, wird erst deutlich, wenn man sich z.B. den Alltag einer Regenbogenfamilie vorstellt. Was sollen die Eltern ihren Kindern erzählen? Welches Lügengebäude darf’s denn sein? Zuhause haben die Kinder zwei Mamas, nach außen ist die andere Mama aber bitte als Cousine der leiblichen Mutter auszugeben. Und wenn sich herausstellt, dass alles ganz anders ist: Jeder Nachbar kann die Familie anzeigen. Zwei Väter mit Kind müssen sich noch mehr einfallen lassen, um nicht als „Perverse“  diskriminiert zu werden.

Die Regierung möchte mit diesem Gesetz verhindern, dass Lesben und Schwule selbstbewusst auftreten, politische Forderungen stellen, sich organisieren und – ja, eine Familie gründen. Es ist unklar, wann sich die homophobe Stimmung in Russland ändert. Bis dahin muss sich der Westen einmischen und klar Stellung beziehen. Guido Westerwelle, bitte melden!
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