Homosexualität – ansteckend?

Es sind die immer gleichen Befürchtungen, sie kommen nur in unterschiedlicher Kleidung daher: Diejenigen, die besonders viel gegen eine Thematisierung von Vielfalt der Lebensformen wettern, haben Angst, dass ihre Kinder lesbisch oder schwul werden könnten, wenn ihnen in der Schule wertfrei vermittelt wird, dass es auch gleichgeschlechtliches Begehren gibt. Sind diese Eltern denn so unsicher in ihrer eigenen sexuellen Identität? Was bedroht sie so sehr, dass sie auch vor menschenverachtenden Äußerungen nicht zurückschrecken, um nicht-heterosexuelle Menschen zurück in den Schrank zu sperren?
Die homophobe Strategie des Totschweigens hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Doch es gab immer mutige Frauen und Männer, die sich dem Diktat, nur eine Person des anderen Geschlechts zu lieben, widersetzt haben, und es wird sie immer geben. Die Journalistin Carolin Emcke, die als Kriegsreporterin in den Krisenherden dieser Welt unterwegs ist und in ihrem Buch „Wie wir begehren“ ihr eigenes Coming out beschreibt und analysiert, fasst in einem Interview mit der taz die derzeitige Gemengelage zwischen Hitzlsperger und Bildungsplänen klug zusammen.

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