15. Mai: Internationaler Tag der Familie

Es ist dann doch kein Vertreter der katholischen Kirche geworden, sondern heute Morgen habe ich auf Bayern 5 mit Kerstin Schreyer-Stäblein, stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion und Vorsitzende der CSU-Familienkommission, zum Thema Familie diskutiert.

In unseren Eingangsstatements zur Frage „Was ist Familie?“ gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen uns. Meine Gesprächspartnerin warb um Toleranz und Wertschätzung gegenüber unterschiedlicher Familienformen. Als ich auf Frau Merkels „Bauchgefühl“ Bezug nahm, mit der unsere Kanzlerin ja unlängst ihr Nein zur kompletten Gleichstellung aller Familienformen incl. gemeinsamer Adoption begründete, da entgegnete Frau Schreyer-Stäblein sofort, die CSU mache keine Politik nach dem Bauchgefühl, sondern stünde klar für Toleranz.
Dann kann ich nur mit offenen Armen sagen: Willkommen im Boot! Rudern Sie mit für volle Gleichberechtigung auch beim Thema Regenbogenfamilien!

Dann kam aber noch das Thema Adoption. Hierbei ging es leider nicht darum, welches sachliche Argument eigentlich gegen eine gemeinschaftliche Adoption durch ein gleichgeschlechtliches Paar spricht (es gibt ja auch keines!), sondern meine Gesprächspartnerin ließ durchblicken, dass es ja sowieso nur wenige zur Adoption frei gegebene Kinder gäbe, und bevor die homosexuellen Bewerber dran kämen, müssten ja erst einmal die heterosexuellen Bewerber ein Kind bekommen.

Dieses Statement geht natürlich völlig an der Situation vorbei. Es sind ja schließlich nicht „Kinder zu verteilen“, sondern es geht darum, allen interessierten BewerberInnen gleichen Zugang zu ermöglichen. Niemand fordert eine Bevorzugung homosexueller InteressentInnen. Bei der Prüfung, ob jemand geeignet ist oder nicht, sollten einheitliche Kriterien gelten und nicht Heterosexualität als Voraussetzung. Das Problem besteht dabei allerdings darin, dass viele Menschen, die irgendeiner Art von Mehrheit angehören und an eine gewisse Definitionsmacht gewöhnt sind, sich bereits bei einer Gleichbehandlung von so genannten Minderheiten benachteiligt fühlen. Da warten noch jede Menge Lernprozesse – und zwar für alle.

Der 7-Minuten-Beitrag zum Nachhören

Am Internationalen Tag der Familie  geht es auch um Bildungschancen, Frauen- und Kinderrechte sowie um ökonomische Sicherheit, schließlich ist die Frauen- und Kinderarmut ein Thema, das sträflich vernachlässigt wird.

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