Seufz!

Wenn ich noch einmal höre, dass die heterosexuelle Ehe auf Kinder angelegt ist und Lesben und Schwule keine Kinder haben und deren Lebensgemeinschaften auch nicht auf Kinder ausgerichtet sind, dann bereite ich möglicherweise sehr bald eine Straftat vor! (Achtung, Scherz!)

Also nochmal zum Mitschreiben: Kinder sind ein selbstverständlicher Teil der LGBTI Community. In jeder achten homosexuellen Lebensgemeinschaft leben Kinder (Mikrozensus 2005). Jede dritte Lesbe und jeder achte Schwule hat Kinder. Seit vielen Jahren stammen diese Kinder nicht mehr nur aus früheren heterosexuellen Beziehungen, sondern sie werden immer häufiger in lesbische, schwule und auch in Transfamilien hineingeboren. Wer Lesben und Schwule benachteiligt, benachteiligt damit Tausende Kinder. Diese Tatsache ist in vielen Köpfen immer noch nicht angekommen. Es geht hier um richtig viele Kinder – der „Gayby-Boom“ hält in Deutschland seit 10 Jahren an, Kinder gehören bei vielen jungen Lesben und Schwulen als selbstverständliche Möglichkeit zum Lebensentwurf dazu..

Und dann stellt sich unsere (kinderlose) Kanzlerin hin und sagt folgenden Satz: „Ich persönlich möchte die steuerliche Privilegierung der Ehe beim Splitting-Tarif erhalten, weil unser Grundgesetz die Ehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Familie sieht und beide unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stellt“. Damit blendet sie zigtausende Familien aus – nämlich uns! Das Wohl des Kindes ist als Recht im Grundgesetz verankert. Es sollte nun endlich für alle Kinder gelten. Durch fehlende steuerliche Entlastung haben Regenbogenfamilien jeden Monat deutlich weniger Geld in der Haushaltskasse als Heterofamilien. Auch wenn ich persönlich eine Reform des Ehegattensplittings favorisiere, denn die Kindergroßziehenden sollten Entlastung bekommen:  Ich habe es satt, dass uns Privilegien vorenthalten werden, die uns zustehen. Schließlich haben wir die selben Pflichten wie Eheleute.

Karlsruhe, bitte erlöse uns, und zwar bald!

Ja, und es gibt Menschen (homo- und heterosexuelle), die wollen einfach keine Kinder. Das ist aber ein anderes Thema.

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