Union blockiert: Ehe weiterhin nur für Heterosexuelle

Es ist schon bitter: Da werden im Bundestag mehrere Gesetze auch auf Lebenspartner_innen ausgedehnt, 30 Verordnungen geändert, um die Lebenspartnerschaft, wie von Karlsruhe verordnet, weiter an die Ehe anzugleichen. Und die Eheöffnung bleibt tabu. Das ist ein richtiger Murks, an dem man sehr schön ablesen kann, worum es der Union geht. Lieber eine peinliche Vorstellung abliefern, als den großen Wurf, denn es könnten ja ein paar Stammwähler zum rechten Rand abwandern. Und alles nur deswegen, weil man das gemeinsame Adoptionsrecht partout verhindern will. Weil ja schließlich bei Kindern die Modernität aufhört – von wegen Mutti und Vati. Und zum x-ten Mal können wir wiederholen: Es gibt keine sachlichen Gründe gegen die komplette Gleichbehandlung homo- wie heterosexueller Menschen/Paare/Familien.

Ich wiederhole gerne nochmal, warum ich den Ruf nach der Eheöffnung auch für nicht-heterosexuelle Paare nicht für einen Rückschritt halte: Erst wenn alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, können wir über die Abschaffung der Ehe als staatliches Kontrollinstrument diskutieren. Es geht u.a. auch darum, eine extra für „andere“ Lebensgemeinschaften eingeführte Institution abzuschaffen. Die Lebenspartnerschaft war immer auch ein Instrument der Diskriminierung, denn sie sollte einen Abstand zur Ehe dokumentieren. Einen Abstand  – wozu? Keine einzige Hetero-Ehe wird weniger geschützt, wenn Homos auch in den Hafen der Ehe segeln können. Es werden einfach ein paar Menschen mehr geschützt, die sich in dieser Form füreinander entscheiden möchten. Dass die Union diesen Menschen dieses Bedürfnis verwehrt, ist die eigentliche Unverschämtheit.

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