Weihnachten: Das Fest der Familie

Zu Weihnachten möchte ich mal eine Frage stellen: Wie viele Eltern verkraftet ein Kind?

 In Regenbogenfamilien sind die Eltern fast immer sehr bemüht, ihre Kinder nach allen Regeln der Erziehungskunst liebevoll zu begleiten und zu fördern. Mathematisch ausgedrückt: Volle fürsorgliche Elterndosis mal 2 (respektive mal 3 oder mal 4) ist gleich beste Startbedingungen für ein Kind.

Aus diesem Umstand ergeben sich allerdings einige Fragen. Diese Supereltern – meine BH und ich gehören da wahrscheinlich auch dazu – sind nicht nur äußerst reflektiert, sie haben auch zu allen Themen eine Meinung. Das bedeutet: Jede Aktivität oder Äußerung des Kindes wird kommentiert, häufig sogar in mehrfacher Ausführung, denn die gemeinsam verbrachte Zeit am Abendbrottisch ist heilig. Hört sich schön an – aber klingt es nicht auch ein bisschen anstrengend für so ein Kind?

Natürlich schafft ein solches Setting einen guten Kontakt, aber wie sieht es dann mit der Abnabelung aus? Wie können Eltern eine gute Balance zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig herstellen?

Und weiter gedacht: Statistisch gesehen wachsen in Regenbogenfamilien oft Einzelkinder heran. Manchmal kümmern sich nicht nur zwei, sondern drei oder vier Eltern um ein Kind, im Umkehrschluss fühlt sich ein Kind ein bis zwei Dekaden später für mehrere Elternteile verantwortlich. Denn alle Eltern werden irgendwann einmal alt und möglicherweise pflegebedürftig – eine Situation, die einige Regenbogeneltern gerade jetzt erleben, während sie selbst pubertierende Kinder haben.

Was heißt das nun? Keine Ahnung – es sind unfertige Überlegungen. Aber ich habe das Gefühl, dass sie wichtig sind. Was meint ihr?

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